Windows-Support beendet: Welche PCs in Ihrem Betrieb jetzt ungeschützt sind

Stand: 23. Oktober 2026 · EDV-Galli, Grafenwörth

Im Oktober hat Microsoft wieder mehrere Windows-Versionen aus der Pflege genommen. Betroffen ist nicht nur das alte Windows 10: Auch viele PCs mit Windows 11 bekommen seit dem 13. Oktober 2026 keine Sicherheitsupdates mehr – meist, ohne dass jemand davon etwas merkt. Der PC läuft weiter wie immer, nur neue Lücken werden nicht mehr geschlossen.

Dieser Beitrag zeigt, welche Versionen betroffen sind, wie Sie in zwei Minuten nachsehen, was auf Ihren PCs läuft, und was Sie jetzt tun sollten.

Kurz gesagt: Keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr bekommen Windows 10 (seit 14.10.2025), Windows 11 Home und Pro in Version 24H2 (seit 13.10.2026) und alle älteren Versionen. Windows Server 2016 folgt am 12.01.2027. Bei Windows 11 hilft meist ein kostenloses Upgrade auf 25H2, bei Windows 10 nur ein Umstieg oder die bezahlte Verlängerung ESU.

Warum ein PC ohne Updates ein Risiko ist

In Windows werden jeden Monat neue Sicherheitslücken gefunden. Microsoft schließt sie am sogenannten Patchday, dem zweiten Dienstag im Monat. Endet der Support, bleibt jede Lücke, die danach bekannt wird, für immer offen – und die Beschreibung, wie man sie ausnutzt, liegt oft schon wenige Tage später im Internet.

  • Ein PC genügt. Angreifer suchen sich das schwächste Gerät im Netzwerk und arbeiten sich von dort zu Server, Buchhaltung und Datensicherung vor.
  • Erpressungstrojaner treffen gerade Kleinbetriebe. Verschlüsselte Daten, Stillstand über Tage, Lösegeldforderung – der Einstieg ist oft ein veraltetes Gerät oder Programm.
  • Der Virenschutz hilft hier nicht. Er erkennt bekannte Schadprogramme, schließt aber keine Lücken im Betriebssystem.

Welche Windows-Versionen noch Updates bekommen

Windows-Versionen und Ende der Sicherheitsupdates
VersionSicherheitsupdates bisWas zu tun ist
Windows 11 25H2 (Home, Pro)12.10.2027aktuell, nichts zu tun
Windows 11 24H2 (Home, Pro)beendet seit 13.10.2026kostenloses Upgrade auf 25H2 über Windows Update
Windows 11 24H2 (Enterprise, Education)12.10.2027Upgrade auf 25H2 einplanen
Windows 11 23H2 und älter (Home, Pro)beendetkostenloses Upgrade auf 25H2
Windows 10 (alle Versionen)beendet seit 14.10.2025Umstieg auf Windows 11 oder neues Gerät; ESU als Überbrückung
Windows 8.1, Windows 7 und älterbeendetGerät tauschen oder neu aufsetzen
Windows Server 201612.01.2027Umstieg auf Server 2022 oder 2025 jetzt planen
Windows Server 2012 / 2012 R2beendet, auch ESU seit 13.10.2026Umstieg dringend

Windows 11 Pro gilt dabei wie Home – die längere Laufzeit gibt es nur für Enterprise und Education, die in kleinen Betrieben selten sind. Sonderfälle wie die LTSC-Fassungen auf Kassen- oder Maschinen-PCs haben eigene, längere Fristen.

So sehen Sie nach, welches Windows auf Ihrem PC läuft

  1. Drücken Sie die Windows-Taste, tippen Sie winver und drücken Sie die Eingabetaste.
  2. Im Fenster steht oben Windows 10 oder Windows 11, darunter die Version (zum Beispiel 24H2 oder 25H2).
  3. Vergleichen Sie das Ergebnis mit der Tabelle oben. Machen Sie das auf jedem PC im Betrieb – auch auf dem Gerät im Lager, am Empfang und auf dem alten Laptop, der „nur für Notfälle“ im Schrank liegt.

Windows 11 24H2: Upgrade auf 25H2 in wenigen Minuten

Öffnen Sie Einstellungen → Windows Update und klicken Sie auf Nach Updates suchen. Wird „Funktionsupdate auf Windows 11, Version 25H2“ angeboten, installieren Sie es. Weil 24H2 und 25H2 technisch fast gleich sind, dauert das meist nur einen Neustart. Erscheint das Angebot nicht, blockiert oft eine Einstellung, ein Treiber oder eine Firmenrichtlinie das Update – dann lohnt ein genauerer Blick.

Windows 10: Kann der PC auf Windows 11 umsteigen?

Windows 11 verlangt unter anderem einen Sicherheitschip (TPM 2.0) und einen nicht zu alten Prozessor. Ob Ihr PC das erfüllt, zeigt die Microsoft-App PC-Integritätsprüfung oder direkt Windows Update. Viele Geräte ab etwa Baujahr 2018 schaffen den Umstieg kostenlos. Ältere Geräte lassen sich zwar mit Tricks umrüsten, bekommen dann aber keine verlässliche Update-Zusage – im Betrieb raten wir davon ab.

Was ist ESU? Die „Extended Security Updates“ sind eine Verlängerung, mit der Windows 10 weiter Sicherheitsupdates bekommt. Für Unternehmen ist sie pro Gerät kostenpflichtig, der Preis steigt jedes Jahr, und spätestens am 10.10.2028 ist endgültig Schluss. Privat genutzte PCs bekommen die Verlängerung bis 12.10.2027. ESU ist eine Überbrückung für Geräte, die sich nicht sofort ersetzen lassen – kein Dauerzustand.

Nicht nur Windows: veraltete Programme

Das Betriebssystem ist nur die halbe Miete. Mindestens genauso oft dienen veraltete Programme als Einstieg:

  • Office: Office 2016 und 2019 bekommen seit 14.10.2025 keine Updates mehr, Office 2021 seit 13.10.2026. Wer mit diesen Fassungen E-Mail-Anhänge öffnet, ist besonders gefährdet.
  • Browser, PDF-Programme, Java, Fernwartungs-Programme: Sie aktualisieren sich nur, wenn jemand die Updates zulässt – auf vielen Firmen-PCs passiert das jahrelang nicht.
  • Netzwerkgeräte: Router, Firewall und Netzwerkspeicher (NAS) brauchen ebenfalls Updates und werden am häufigsten vergessen.

Besonders wichtig sind Lücken, die bereits aktiv für Angriffe genutzt werden. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA führt dazu eine öffentliche Liste. Steht ein Programm auf Ihrem PC darauf, gehört das Update ganz nach oben.

Was jetzt zu tun ist

  • Bestandsliste machen. Notieren Sie für jedes Gerät Windows-Version und die wichtigsten Programme. Ohne Liste wird immer ein PC vergessen.
  • Windows 11 auf 25H2 bringen. Kostenlos und schnell – das erledigt die meisten betroffenen Geräte.
  • Windows-10-PCs entscheiden: umsteigen, ersetzen oder für eine klar begrenzte Zeit mit ESU weiterbetreiben.
  • Geräte, die bleiben müssen, abschotten. Ein Mess- oder Maschinen-PC, dessen Software nur unter einem alten Windows läuft, gehört in einen eigenen Netzbereich ohne Internet und ohne Zugriff auf die übrigen Daten.
  • Datensicherung prüfen. Eine aktuelle, getrennt aufbewahrte Sicherung ist das beste Mittel gegen Erpressungstrojaner. Mehr dazu im Beitrag Datensicherung nach der 3-2-1-Regel.

PC-Sicherheitscheck von EDV-Galli

Wir prüfen, welche Windows-Versionen und Programme auf den PCs und Servern in Ihrem Betrieb laufen, und gleichen sie mit den bekannten – auch den aktiv ausgenutzten – Sicherheitslücken ab.

  • Bestandsliste aller Geräte mit Windows-Version und Supportende
  • Veraltete und gefährdete Programme, nach Dringlichkeit geordnet
  • Klare Empfehlung je Gerät: Upgrade, Update, ESU oder Austausch
  • Auf Wunsch übernehmen wir die Updates gleich per Fernwartung
  • Für Betriebe in Tulln, Krems, Grafenwörth und ganz Österreich
PC-Sicherheitscheck anfragen oder anrufen: 0664 54 18 376

Häufige Fragen

Funktioniert mein PC nach dem Supportende weiter?

Ja. Windows startet und arbeitet wie bisher. Es kommen nur keine Sicherheitsupdates mehr – jede neu entdeckte Lücke bleibt dauerhaft offen.

Ist ein PC mit Windows 11 automatisch sicher?

Nein. Auch Windows 11 hat Versionen mit Ablaufdatum. Windows 11 Home und Pro in Version 24H2 bekommen seit 13. Oktober 2026 keine Updates mehr. Das Upgrade auf 25H2 ist kostenlos und kommt über Windows Update.

Reicht ein Virenschutz, wenn Windows keine Updates mehr bekommt?

Nein. Ein Virenschutz erkennt bekannte Schadprogramme, schließt aber keine Lücken im Betriebssystem. Viele Angriffe nutzen genau diese Lücken, bevor ein Virenschutz etwas bemerkt.

Darf ich mit einem veralteten Windows noch Kundendaten verarbeiten?

Die DSGVO verlangt Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik. Ein Betriebssystem ohne Sicherheitsupdates entspricht dem nicht. Kommt es zu einem Vorfall, ist das gegenüber Datenschutzbehörde und Versicherung schwer zu erklären.

Was ist mit Kassen-, Mess- oder Maschinen-PCs?

Diese Geräte laufen oft mit Sonderfassungen (LTSC oder IoT), die deutlich länger Updates bekommen. Fragen Sie im Zweifel den Hersteller der Kasse oder Maschine. Läuft die Software nur unter einem veralteten Windows, sollte das Gerät vom übrigen Netzwerk getrennt werden.

Fazit

Das Supportende kommt leise: kein Warnfenster, kein Absturz – nur Lücken, die nicht mehr geschlossen werden. Wer weiß, welche Version auf jedem Gerät läuft, hat die halbe Arbeit schon erledigt. Bei Windows 11 genügt meist ein kostenloses Upgrade, bei Windows 10 braucht es einen Plan. Wenn Sie dabei Unterstützung möchten, melden Sie sich bei uns.

Quellen: Microsoft Windows release health (learn.microsoft.com/windows/release-health) und microsoft.com/windows/end-of-support, Stand 13.10.2026; Liste aktiv ausgenutzter Sicherheitslücken (Known Exploited Vulnerabilities) der CISA. Weitere Beiträge zur IT-Sicherheit: PHP-Sicherheitslücke PHP2Shell, DDoS-Schutz für Kleinbetriebe, SPF, DKIM und DMARC.

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